Archiv für den Monat: März 2016

Fakten

Ich mag Belgien. Ich bin an der Grenze zu Belgien aufgewachsen. Ich mag Belgisches Bier, ich mag Belgisches Essen, ich mag den Geruch eines typisch Belgischen Supermarktes. Ich habe bei einem Belgischen Radiosender Praktikum gemacht und meine Diplomarbeit über den grenzüberschreitenden Rundfunk im Deutsch-Belgischen Grenzgebiet geschrieben.

Umso erschreckender, dass meine erste Reaktion nach den Anschlägen in Brüssel war: „Ein Glück, Du hast Urlaub. Da können sich die Kollegen drum kümmern.“ Vielleicht bin ich einfach zu abgestumpft. Wenn ich von einem Terroranschlag lese, sehe ich vor meinem geistigen Auge als erstes nicht die Opfer, sondern die Medienmaschinerie anlaufen: All die Kamerateams die die gleichen Bilder drehen, all die „Terrorexperten“ die im gleichen Nebel stochern und mit vielen Worten gar nix sagen. All die Lokalsender, die jetzt versuchen, „einheimische“ Belgier aufzutreiben, um mit ihnen über ihre Reaktionen zu sprechen.

Nirgendwo habe ich dieses Gefühl besser zusammengefaßt gesehen als in dieser Graphik von kritzelkomplex, die am Vormittag nach Brüssel in meiner twittertimeline gespült wurde:Quelle: Kritzelkomplex.de

Quelle: Kritzelkomplex.de

Und tatsächlich fahre ich nach jedem Terroranschlag, Amoklauf oder Flugzeugabsturz meinen Medienkonsum absichtlich zurück. Ich verweigere mich Livetickern, aufgeregten Vor-Ort-Reportern und „hintergründigen“ Talkrunden. Und habe nicht das Gefühl, etwas zu verpassen. Ich stelle fest: Mir entgehen keine Fakten. Heute morgen habe ich in den Antenne-Radio-Nachrichten alle Informationen in 2 Minuten aufbereitet bekomme, die ich wissen muss. Unaufgeregt und sachlich. SO etwas wünsche ich mir öfter: Unaufgeregtheit. Liebe Kollegen vom Fernsehen und Online: Ich verlange ja gar nicht, dass Ihr das Thema ignoriert, aber ich muss nicht jeden einzelnen Toten und Verletzten mitzählen müssen. Sagt doch einfach: Da ist was passiert, es gibt Tote und Verletzte, sobald wir gesicherte Informationen haben, werden wir sie mitteilen. Mir bringt es nichts, wenn sichtlich überforderte Korrespondenten vor laufender Kamera spekulieren und die paar gesicherten Fakten immer wieder im Kreis drehen. Wenn der gleiche Artikel alle 10 Minuten umformuliert wird, um in den Suchmaschinenalgorythmen on top zu bleiben. Mut zur Zurückhaltung: Wenn ich keine neuen Erkenntnisse habe, einfach mal die Klappe halten. Eure Zuschauer/Leser sind durchaus in der Lage, sich eigene Gedanken zu machen, Ihr müsst ihnen nicht alles vorkauen. Lieber weniger dafür vollwertige Kost, statt sie solange mit kleinen Häppchen zuzustopfen, bis sie nichts mehr verdauen können.

Technik von Gestern…

Man wundert sich manchmal, wie schnell Technik veraltet. Grade im Bereich (web)Software. Ich habe auf meiner Homepage ja schon alle mögliche laufen gehabt. Von zarten Anfängen mit per Hand editierten html-Dateien (die damals noch htm-Dateien hießen wegen der 8.3-Beschränkung), das ganze kombiniert mit einer Foren-Software (die natürlich prompt gehackt wurde) und diverse Content-Management-Systeme, bis ich schließlich bei WordPress gelandet bin.

Letzteres verwende ich inzwischen auf allen von mir betreuten Seiten. Auf allen? Nein, ich bin ja auch noch admin der Seite meines Vaters.

Und so kam es, dass mich eines Abends der Hilferuf aus der Eifel erreichte: „Sascha, guck Dir mal meine Seite an, die sieht total komisch aus!“. Tatsächlich waren sämtliche Umlaute durch unschöne „�“ ersetzt worden. Ein wenig googlen brachte den Hinweis, dass es einen Konflikt mit der Zeichenkodierung geben muss.

Hin- und her- editieren brachte keine spürbare Verbesserung und da auch das komplette Backend inklusive der Menüpunkte versaubeutelt dargestellt wurde, lag der Fehler wohl etwas tiefer im System. Apropos System: Die Seite läuft auf dem CMSimple CMS, das ich vor (gefühlt) Jahrzehnten auch mal im Einsatz hatte. Und für den wordpress-verwöhnten Sascha des Jahres 2016 war das Einloggen in das CMS aus dem Jahre 2007(!) in der Tat wie eine kleine Zeitreise. Hier half also kein Flickwerk, nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen musste das System komplett neu aufgesetzt werden. Kurzzeitig lockte die Versuchung, auch die letzte Seite auf ein wordpress umzustellen, aber das hätte vermutlich deutlich mehr Arbeit bedeutet und meinen Vater mit einem ihm unbekannten Backend konfrontiert, was wiederum mehr Supportanfragen bei mir bedeutet hätte – ein Teufelskreis 🙂

Was soll ich sagen? CMSimple gibt es immer noch und es wird auch noch fleißig gepflegt. Unter anderem gibt es auch eine praktische Anleitung, wie ein update von Statten gehen könnte. Der Hinweis, dass die alten plugins nur selten funktionieren, hat mich zwar Schlimmes befürchten lassen, aber erstaunlicherweise war innerhalb von nichtmal 3 Stunden alles erledigt. Und davon entfiel die meiste Zeit auf das suchen und ersetzen der fehlerhaften Umlaute. Die stimmen jetzt wieder, das CMS ist auf einem aktuellen Stand und das neue Backend hat genau die richtige Mischung aus vertraut und modern.

Wer also weniger bloggen, sondern mehr eine statisiche Webseite betreiben will, der sollte ruhig mal einen Blick auf CMSimple werfen.

Das 3. Zeitalter des Podcastens hat begonnen

Wer mich kennt weiß, dass ich

  1. einen Podcast betreibe
  2. großer Babylon 5-Fan bin

Warum also nicht beides kombinieren?

Schon vor geraumer Zeit suchte ich in der deutschen Babylon 5 – Facebookgruppe nach potentiellen Mitstreitern für einen B5-Podcast. Nach einigen Irrungen und Wirrungen ergab sich dann die Mikrophon-Partnerschaft mit Raphael vom whocast. Wir präsentieren:

Der graue Rat

Logo5

Und so reden wir seit Februar über die Serie, die wie keine andere die Art Fernsehen zu erzählen verändert hat. Zu einer Zeit, als Geschichten im TV noch als abgeschlossene Episoden erzählt wurden, kam Babylon 5 mit einem geplanten Handlungsbogen für die nächsten 5 Jahre daher. Heutzutage ganz normal, damals revolutionär. Genauso wie die Computergraphiken, die heutzutage (und zugegebenerweise auch damals schon) etwas billig und knallig wirken, aber ungeahnte Kamerafahrten und Einstellungen ermöglicht haben, die ebenfalls neue Standards im Fernsehen gesetzt haben.

Ich kann es deshalb nicht laut genug sagen:

Guckt mehr Babylon5!

Und hört Euch passend dazu den Podcast an 🙂